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Wie Sie die richtigen Zähne für Ihr Sägeblatt finden

Im Bereich der industriellen Zerspanung werden Sägeblätter oft fälschlicherweise für gewöhnliche Verschleißteile gehalten. Für erfahrene Ingenieure und Produktionsleiter sind sie jedoch präzise konstruierte Werkzeuge. Die Qualität des Schnittergebnisses hängt oft von Abweichungen von nur zwei bis drei Grad in der Zahnprofilgeometrie ab, die entweder zu einem Bruch des Sägeblatts führen oder eine spiegelglatte Schnittfläche erzeugen können.

Diesmal gehen wir den physikalischen Eigenschaften der Sägezahnwinkel auf den Grund und analysieren, wie sich bestimmte Zahnformen auf die Wärmeentwicklung, die Spanbelastung und die Schnittqualität bei drei Hauptmaterialarten auswirken: Eisenmetalle (Trockenschnitt), Holz und architektonische Verbundwerkstoffe.

Die Anatomie des Zahnes

Bevor wir konkrete Anwendungen analysieren, müssen wir unsere Terminologie hinsichtlich der drei kritischen Winkelmaße, die die Schneidleistung bestimmen, standardisieren.

Der Spanwinkel ist der Winkel der Zahnfläche relativ zu einer radialen Linie, die von der Mitte des Sägeblatts zur Zahnspitze verläuft.

Funktion:Sie bestimmt die „Aggressivität“ des Schnitts. Sie legt den Scherebenenwinkel fest – den Winkel, in dem das Material verformt und vom Werkstück getrennt wird.

Die Faustregel:Größere positive Winkel benötigen weniger Leistung, führen aber zu einer raueren Oberfläche und geringerer Schneidkantenhaltbarkeit. Negative Winkel benötigen mehr Leistung, bieten aber überlegene Kontrolle und Schneidkantenfestigkeit.

Der Freiwinkel (Entlastungswinkel) —β

Dies ist die Fase an der Oberseite des Zahns, die von der Schneide abgewandt ist.

Seine Aufgabe ist es, zu verhindern, dass die Hartmetallspitzen an dem gerade geschnittenen Material reiben.

Hier ist der Kompromiss:Ist der Winkel zu steil, werden die Zahnspitzen spröde und erhalten nicht genügend Halt, was zu Ausbrüchen führt. Ist er zu flach, entsteht durch Reibung übermäßige Hitze, die zu Wärmeausdehnung und schließlich zum Verbrennen des Werkstücks führt.

 

Das Radialspiel (Seitenspiel)

Dieser Winkel verjüngt den Zahn von vorne nach hinten entlang der Seiten.

Dadurch wird die Reibung zwischen den Zahnflanken und den Wänden des Schnittspalts verringert. Bei Trockenbearbeitungen, bei denen kein Schmiermittel zur Kühlung der Zahnflanken vorhanden ist, ist dieser Winkel extrem wichtig, um eine Wärmeentwicklung zu verhindern.

 

Eisenmetalle (Die Kaltsäge mit Trockenschnitt)

Schwerpunkt: Wärmemanagement und Stoßfestigkeit

Kaltkreissägen für Trockenschnitte (mit Cermet- oder beschichteten Hartmetallspitzen) stellen die technisch anspruchsvollste Kategorie in der Konstruktion dar. Und hier liegt das kontraintuitive Ziel: Wir wollen Wärme erzeugen, diese aber sofort wieder abführen.

Beim Trockenschneiden entsteht Wärme durch die plastische Verformung des Stahls. Die Geometrie des Werkzeugs muss etwa 80 bis 90 % dieser Wärme an die Späne abgeben – so bleiben sowohl das Schneidwerkzeug als auch das Werkstück kühl. Genau so funktioniert das Prinzip des Kaltschneidens.

 

Die Geometrie des „Kalten Schnitts“

Beim Schneiden von Baustahl verwenden wir üblicherweise ein Dreispan-Schleifprofil (TCG). Der Winkel variiert jedoch je nach Mikrostruktur des Stahls.

Anwendungen für Dünnwandprofile (Rohre, Winkelprofile, U-Profile)

Neigungswinkel: Positiv (+5° bis +10°)

Freiwinkel: 10° bis 12°

Argumentation:Ein etwas größerer Freiraum hilft dem Zahn, den Schnitt sauber zu verlassen, ohne an dem Grat hängen zu bleiben, der sich typischerweise im Inneren eines Rohres bildet.

Massive Anwendungen (Stangenmaterial, Dickblech)

Neigungswinkel: Null bis Niedrig Positiv 0° bis +3°

Die Physik:Beim Schneiden von massivem Stahl greift der Zahn länger in das Material ein, wodurch eine kontinuierliche, hohe Stoßbelastung entsteht. Ein spitzer positiver Winkel führt dazu, dass die Hartmetallspitze ungestützt und schwach ist.Null-Neigungswinkellenkt die Schnittkräfte nach hinten in den Körper der Klinge, wobei die Druckfestigkeit des Hartmetalls (die hoch ist) und nicht dessen Scherfestigkeit (die geringer ist) genutzt wird.

Freiwinkel: 8°

Argumentation:Ein geringerer Freiwinkel sorgt für mehr „Fleisch“ hinter der Schneide, das als Kühlkörper und strukturelle Stütze dient.

Edelstahl (Die Herausforderung der Kaltverfestigung)

  • Neigungswinkel: 0°bis +5°

  • Besondere Berücksichtigung:Edelstahl (wie SUS304) neigt dazu, sich bei Reibung durch Kaltverfestigung zu verhärten. Die KlingemussSchneiden, nicht schieben. Ein Null-Rasen sorgt zwar für Stabilität, aber oft benötigen wir einen etwas größeren.Freiwinkel (12°)als bei Baustahl üblich. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rückseite des Zahns nach dem Schnitt nicht mit dem Material in Berührung kommt, welches aufgrund seiner Elastizität effektiv leicht zurückfedert.


Anwendungen in der Holzbearbeitung

  • Fokus: Faserrichtung und Fasertrennung

    Holz ist ein anisotropes Material – seine physikalischen Eigenschaften variieren je nach Richtung der Krafteinwirkung relativ zur Faserrichtung. Daher muss die Geometrie des Sägeblatts an die Faserrichtung angepasst werden.

    A. Längsschneiden (Schneiden mit der Faserrichtung)

    Das Aufreißen ist im Wesentlichen ein Meißelvorgang. Ziel ist es, lange Faserstränge aus dem Weg zu heben.

    • Neigungswinkel: Hoch positiv (+20)°bis +25°)

    • Geometrie: Flat Top Grind (FTG)

    • Die Physik:Der hohe Hakenwinkel wirkt wie ein Handhobel und trägt Material schnell ab. Dieser aggressive Winkel zieht das Holz in die Klinge. Dies ermöglicht zwar sehr hohe Vorschubgeschwindigkeiten (unerlässlich für Sägewerke), führt aber zu einer rauen Oberflächenbeschaffenheit.

    • Der Schlundfaktor:Die Zahnlücke (die Vertiefung zwischen den Zähnen) muss tief und groß sein. Langfaserige Holzfasern erzeugen große Späne; ist die Zahnlücke zu klein, wird das Sägemehl zusammengedrückt, wodurch Reibung entsteht und das Holz (und das Sägeblatt) verbrennt.

    B. Querschneiden (Schneiden quer zur Faser)

    Beim Querschnitt müssen Fasern durchtrennt werden, die senkrecht zur Schnittrichtung verlaufen. Verwendet man hierfür ein Längsschnittblatt, wird das Holz an der Austrittsseite ausreißen oder splittern.

    • Neigungswinkel: Mäßig positiv (+10)°bis +15°)

    • Geometrie: Alternate Top Bevel (ATB) oder Hi-ATB

    • Die Physik:Die Zähne sind abgeschrägt und bilden abwechselnd messerartige Spitzen. Sie ritzen die Fasern links und rechts der Schnittfuge ein.vorDas mittlere Material wird entfernt. Der untere Spanwinkel (10°gegen 20°) verlangsamt den "Greif" der Klinge und ermöglicht so einen gleichmäßigeren Schneidvorgang, der ein poliertes Hirnholz hinterlässt.

Nichteisenmetalle und Verbundwerkstoffe

  • Schwerpunkt: Sicherheit und Abriebfestigkeit

    A. Aluminium und Nichteisenmetalle

    Aluminium ist weich, duktil und hat einen niedrigen Schmelzpunkt. Es ist bekanntermaßen klebrig und neigt dazu, die Zähne von Schneidwerkzeugen zu verstopfen.

    • Neigungswinkel: Negativ (-5°bis -6°)

    • Geometrie: TCG

    • Die Physik der Sicherheit:Verwendet man ein Sägeblatt mit positivem Spanwinkel (wie ein Holzsägeblatt) für Aluminium, „klettert“ das Sägeblatt auf das Material. Bei einer manuellen Kappsäge kann dies dazu führen, dass der Sägegriff heftig nach unten gerissen oder das Werkstück weggeschleudert wird.Negativer RakeDer Winkel verändert den Kraftvektor: Er drückt das Material.wegvom Messer und gegen den hinteren Anschlag, um einen sicheren, kontrollierten Schnitt zu gewährleisten.

    • Schmierung:Im Gegensatz zum Trockenschneiden von Stahl erfordert Aluminium in der Regel eine Nebelschmierung, um zu verhindern, dass die Späne an der Spankammer festschweißen.

    B. Konstruktionsverbundwerkstoffe (Laminate, Melamin, Faserzement)

    • Neigungswinkel: Negativ (-2°bis -5°)

    • Die Physik:Materialien wie Melamin besitzen eine spröde, glasharte Oberflächenbeschichtung über einem weichen Spanplattenkern. Ein positiver Haken hebt das Material an, wodurch die spröde Oberfläche abplatzt.Negativer HakenDrückt das Material während des Schnitts nach unten, komprimiert die Oberflächenschicht und verhindert so ein Absplittern.

    • Materialhinweis:Bei Faserzement (hoher abrasiver Siliziumdioxidanteil) ist der Winkel weniger wichtig als das Spitzenmaterial.Polykristalliner Diamant (PCD)Spitzen sind für eine lange Lebensdauer unerlässlich und weisen typischerweise niedrige positive Winkel (+5) auf.°um die hohe Staubbelastung zu bewältigen.


Veröffentlichungsdatum: 16. Dezember 2025

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